Vancouver

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Donnerstag, 1. April 2010

Noch drei Tage...

Nach etwas mehr als zwei Monaten in Vancouver und einem Kurztripp nach Seattle bin ich nun seit 2,5 Wochen in Kanada unterwegs.

Teil 1: Vancouver Island
Am 14.3. reiste ich mit Daniel und Klaus per Wasserflugzeug von Vancouver nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, welche auf Vancouver Island. Wasserflugzeugfliegen ist ein eindrückliches Erlebnis, pro Flugzeug gibt es nur 10 Passagiere und einen Pilot. Das Flugzeug fliegt viel tiefer als ein normaler Linienflug, so dass man den Boden bzw. das Meer sehr deutlich sieht. Die Aussicht auf der Route Vancouver-Victoria, quer über die Insellandschaft vor der Westküste, bietet sich hierfür geradezu an.
Victoria selber ist im Vergleich mit Vancouver ein kleines Städtchen, hat aber mit der Fussgängerzone und den - für kanadische Verhältnisse - älteren Gebäuden die Aura einer netten Hauptstadt. Nebst dem Hafen boten hier das "Museum of British Columbia" und das Parlaments- und Regierungsgebäude von B.C. interessante Einblicke in die Kultur und Politik von British Columbia und Kanada.
Nach drei Tagen Victoria ging es per Auto weiter Richtung Nordwesten der Insel, nach Tofino. Insbesondere die Querung der Insel ist für Schweizer Autofahrer auch eine komplett neue Erfahrung: eine Autobahn durch den Regenwald und Inselgebirge, praktisch keine entgegenkommenden Autos und über 100 km ohne Tankstelle, Kiosk o.ä. Was sich schon während der Fahrt zeigte, wurde in Tofino eindrücklich unterstrichten: die wunderschöne Natur von Vancouver Island. Unendliche Strände, verschneite Berge und riesige Wälder, alles gleichzeitig sichtbar. Unser Appartement lag direkt am Meer, kaum zu toppen. Von der Terasse aus konnten wir die deutlichen Unterschiede von Ebbe und Flut mitverfolgen. Bei Ebbe konnten die nahen Inseln (mit Gummistiefeln) problemlos zu Fuss erreicht werden, bei Flut wäre da schon ein Boot notwendig gewesen. Zweifellos ein kleines Paradies auf Erden.
Mit einem Zwischenstopp in Nanaimo (eine Übernachtung) ging es nach drei Tagen Tofino zurück nach Victoria und von dort - erneut per Wasserflugzeug - zurück nach Vancouver. Meinen Geburtstag am 21.3. konnte ich folglich in meiner bisherigen Heimat im 2010 feiern, zusammen mit Schweizer Vancouver-Bekanntschaften. Auch verabschiedete ich mich von Klaus, der bis September in Vancouver an der PLI bleiben wird (lucky guy). Am 22.3. brachen Daniel und ich zum zweiten Teil des Kanada-Trips auf: von Vancouver nach Calgary quer durch die Rocky Mountains. Mehr davon folgt noch...

Nun ist es also bereits drei Monate her, seit ich die Schweiz in Richtung Kanada verlassen habe. Seither habe ich vieles erlebt und gesehen. Am 4.4. geht es nun zurück in die Schweiz, davor werde ich in einem Kurzaufenthalt noch ein wenig Toronto erkunden. Bis bald, in der Schweiz...

Freitag, 26. März 2010

On the road


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Dienstag, 9. März 2010

ja, es gibt mich noch... :-)

Hallo zusammen

First: I’m terribly sorry, ihr habt ewig nichts Neues von mir lesen können. Aber wie ihr sicher versteht, hatte Olympia (vgl. letzter Eintrag) einfach Priorität ;-) Und vergangene Woche (Donnerstag und Samstag) stand dann der Cambridge Advanced Test an, so dass ein Blogeintrag einfach warten musste…
Nun, da der ganze Olympia-„Spuk“ und auch meine Zeit an der PLI-Sprachschule vorbei sind ist es aber tatsächlich höchste Eisenbahn, wieder mal etwas von mir verlauten zu lassen. Zur Olympiade selber gäbe es natürlich unendlich viele Geschichten zu erzählen. Begonnen hat das ganze Erlebnis mit dem Spalierstehen für die letzten Fackelläufer in Downtown Vancouver. Diese wurden von einem eigentlichen Umzug (ähnlich wie uns an der Fasnacht…) begleitet, der sich aus Polizeieskorten auf Pferden und Motorrädern sowie – natürlich – Fahrzeuge der Sponsoren zusammensetzte. Am gleichen Abend stand die Eröffnungsfeier im B.C. Place Stadium an und das bis zum Schluss gehütete Geheimnis des letzten Fackelläufers vom Stadion zum Standort der offiziellen Fackel wurde gelüftet: Hockey-Gott Wayne Gretzky, „The Great One“, durfte die Fackel halten während er auf der Ladefläche eines Pickups durch Downtown gekarrt wurde. Die Route war ebenfalls geheim und dennoch hätte ich ihn beinahe live gesehen, der „Fackel-Wagen“ fuhr nur zwei Strassen entfernt vom Pub, in dem ich die Eröffnungsfeier schaute, vorbei. Aber halb so wild, dafür war ich bei den ersten paar tausend Menschen, die die offizielle Fackel unten am Meeresufer (nahe Canada Place, für die, die sich in Vancouver auskennen) brennen sahen. Dazu gabs auch noch ein Eröffnungsfeuerwerk. Wer aber nur schon die 1. August-Feuerwerke in der Schweiz als Referenz nimmt, würde dieses eher als enttäuschend bezeichnen, aber das war ja nicht wirklich der entscheidende Faktor an diesem Eröffnungstag.
Bereits am ersten Wettkampftag ging es dann bekanntermassen aus Schweizer Sicht optimal los: Gold für Simon Ammann auf der Normalschanze! Mit einigen Kollegen von der Sprachschule durfte ich dies im „House of Switzerland“ auf SF (Olympia-Studio war auch dort untergebracht) mitverfolgen. Die Stimmung war allerdings eher enttäuschend. Angesichts der Tatsache, dass das EDA offenbar zig Millionen in dieses „Schweizer Haus“ gebuttert hat, war der Auftritt sehr mager. Das Haus, unter dem Jahr einfach ein Restaurant, liess nie richtige Schweizer Stimmung aufkommen, es sei denn man machte sie selber. Der negative Höhepunkt wurde zweifellos erreicht, als unsere Schweizer Gruppe (etwa 15 Leute) am Abend dort zu Abend assen und als wir bei der Siegerehrung für Simon Ammann wie Ausserirdische angeschaut wurden, als wir jubelten und applaudierten; und das im Schweizer Haus… Zu den emotionslosesten Gästen gehörten auch die Reporter von SF (Steffi Buchli und Co.), die am Nebentisch sassen. Also genau diese Leute, die am Fernsehen immer so tun, als ob sie super-emotional mitfiebern würden… Naja. Der Ton wurde für die Nationalhymne auch nicht eingeschaltet, evt. hätten sich ja die reichen Russen und Amerikaner, die ebenfalls dort dinnierten, gestört gefühlt. Tststs…
Aber eben, das tut ja dem Schweizer Erfolg keinen Abbruch. Es ging im gleichen Stil weiter: Gold in der Abfahrt, Gold im Langlauf, Gold im Riesenslalom, Gold im Ski-Cross; die Schweizer hatten sich ganz offenbar darauf geeinigt, einfach nur goldene Medaillen zu gewinnen :-) Den zweiten (also eigentlich den insgesamt vierten) Sieg von Simi Ammann konnte ich in Whistler erleben. Ich war allerdings nicht an der Schanze, sondern selber am Skifahren, der Tag bot einfach perfekte Bedingungen dafür: Sonne, Pulverschnee und kaum Leute auf der Piste! Die Siegesfeier am Abend in Whistler Village konnte unsere Gruppe nur durch den Zaun verfolgen, da keine Leute mehr ins Areal gelassen wurden. Nun, immerhin konnte uns das IOC während der Nationalhymne nicht die Ohren zu halten, die konnten wir also auch gratis von draussen hören :-)
Nach den tollen Schweizer Erfolgen stand die zweite Olympia-Woche für mich vor allem im Fokus Live-Eishockey (also im Stadion). Nach Tschechien-Lettland in der ersten Woche (5:2 und ein sackstarker Jaromir Jagr, trotz 38 Jahren, da schlägt das Herz des Hockeyfans höher) gab’s in Woche 2 Slowakei-Norwegen und – der Höhepunkt in Sachen Live-Spiel – den Viertelfinal Schweiz-USA. Die Schweizer verloren zwar trotz nahezu perfekter Defensive, aber es war dennoch ein unvergessliches Erlebnis, bei diesem Spiel live vor Ort mit dabei zu sein. Danach galt es halt Daumen halten für die Kanadier. Eigentlich drehte sich für die Leute hier ohnehin die ganze Olympiade fast nur ums Eishockey. Trotz des Goldmedaillen-Rekords (14 Stück für Kanada!) wäre den Einheimischen dieser Anlass in zwiespältiger Erinnerung geblieben, hätte das Hockey-Team nicht die Goldmedaille gewonnen (besser gesagt: beide Teams, denn Damen-Hockey ist hier ebenfalls recht populär). Nachdem aber das Team um Sidney Crosby, Joe Thornton, Dany Heatly und Co. im Viertelfinal die Russen mit 7:3 förmlich demontiert hatten, stieg die Siegesgewissheit der Leute merklich. Wer sollte dieses Team stoppen können?? Obwohl im Halbfinal gegen die Slowakei am Schluss ein kleiner Einbruch (von 3:0 zum Schlussresultat 3:2) festzustellen war, war Vancouver (und wohl ganz Kanada) förmlich elektrisiert für den Final am Sonntag. Einen Platz in einem Pub Downtown zu finden war schlicht unmöglich, riesige Line Ups waren vor jedem Lokal zu finden. So entschloss sich unsere Hockey-Fan-Clique Moritz, Daniel (beide CH), Klaus (Dänemark) und meine Wenigkeit, den Match auf Grossbildschirm im Homestay von Daniel schauen zu gehen. So stieg unsere private Hockeyparty halt dort und nach ging nach dem 3:2-Triumph über die Amerikaner im SkyTrain und natürlich Downtown weiter. Für einmal kamen sogar die sonst stets coolen Kanadier aus sich raus und jubelten auf den Strassen, fuhren hupend mit ihren Autos in Downtown herum etc. Ein echtes Erlebnis, hier dabeigewesen zu sein und schwer zu beschreiben.
Allgemein konnte ich feststellen, dass die Kanadier ausserordentlich patriotisch sind wenn es um Sport geht. Jede ihrer Goldmedaillen wurde immer und immer wieder im TV gezeigt, bejubelt und diskutiert (für schweizerische Verhältnisse in ermüdendem Ausmass). Dennoch war es sehr speziell und eindrücklich, dass ich auch live am Curling-Final Männer (Kanada-Norwegen) dabei sein wurde. Einerseits natürlich, weil es so oder so ein spezielles Erlebnis ist, an so einem Anlass vor Ort zu sein. Andererseits, weil die Kanadier auch hier wirklich mitlebten und – in der Schweiz kaum vorstellbar – im letzten End die Nationalhymne zu singen begannen, bevor der Sieg definitiv feststand (Schlussresultat war 6:3 für Kanada). Direkt im Anschluss fand die Siegesfeier statt, wo ich dann auch noch die Schweizer bejubeln durften, die am Vormittag das Bronze-Medaillen-Spiel gegen die Schweden gewonnen hatten.

Und dann: ja, dann war die Olympiade vorbei und es kehrte rasch wieder der normale Alltag in Vancouver ein. Die Menschenmasse in Downtown nahm innert zwei Tagen rapide ab, einzig das Line Up vor dem offiziellen Merchandising-Superstore blieb noch beträchtlich. Und für mich galt es, mich auf das Cambridge Exam zu konzentrieren. Am vergangen Donnerstag stand wie gesagt die Mündlich-Prüfung auf dem Programm, welche in Zweiergruppen abgelegt wird. Meine Test-Partnerin Rachel, eine Südkoreanerin, und ich hatten ausreichend Gelegenheit in der Schule, uns gezielt auf den Test vorzubereiten. Ich denke, im Grossen und Ganzen haben wir beide auf unserem normalen Englisch-Level gesprochen. Wie das von den Experten eingestuft wird, wird sich weisen. Samstag waren dann die vier schriftlichen Teile (Reading, Writing, Use of English, Listening) dran, insgesamt über vier Stunden Prüfung. Ziemlich ermüdend das Ganze, vor allem ist die Konzentration für den letzten Teil, das Listening, schon ziemlich am Boden. Entsprechend hat mir dieser Teil am meisten Mühe bereitet und ist mir vermutlich (so mein Gefühl) am wenigsten gelungen. Wie der Test aber rausgekommen ist, wird erste Ende April bekannt, wenn die offiziellen Resultate von Cambridge einsehbar sind.

Und nun, nach all dem Olympia- und Prüfungsstress stehen für die nächsten Wochen bis Anfang April Ferien auf dem Programm. Momentan weile ich in Seattle, wohin ich gestern per Greyhound-Bus gereist bin und wo ich bis morgen Mittwochabend allein auf Sightseeing-Tour bin. Dann geht’s zurück nach Vancouver, um noch einmal für drei Tage diese einmalige Stadt zu geniessen. Am Sonntag reise ich zusammen mit Daniel und Klaus per Wasserflugzeug nach Vancouver Island, wo wir eine Woche verbringen werden (Victoria, Tofino, Nanaimo). Dann zurück nach Vancouver am 21. März, um meinen Geburtstag in Downtown zu feiern. Und dann geht’s für Daniel und mich (Klaus bleibt bis September in Vancouver an der PLI) per Auto quer durch die Rockies Richtung Calgary. Geplant sind verschiedene Zwischenstopps (Kamloops, Lake Louise, Revelstoke, Banff). Aber von diesen Trips, so hoffe ich doch, kann ich euch in den nächsten Wochen jeweils etwas berichten (zumindest häufiger als während der letzten fünf Wochen…).

Well, that’s it for today. As usual: take care, see you soon.

Best wishes from Seattle, WA, USA
Stefan


P.S. Eine kleine (sehr kleine) Auswahl meiner Olympia-Fotos seht ihr unten. Mehr davon sind auf Facebook. Und sonst zeige ich sie euch gerne mal in der Schweiz, falls jemand interessiert ist.

Pictures of the Vancouver 2010 Winter Olympics


"Hopp Schwiiz": Schweizer Gruppe beim Skisprung-Gold Nr. 3 von Simon Ammann im House of Switzerland.


Die Olympische Flamme 2010.




Schweiz-USA im Canada Hockey Place




Jaromir Jagr, immer noch ein grossartiger Hockeyplayer, verlässt das Eis nach Tschechien-Lettland (5:2)

Nach dem Curling-Final Männer



Siegerehrung Curling. Rechts: "unsere" Schweizer Männer

Swiss guys cheering for the Canadian hockey team: Olympic Champion!

Dienstag, 23. Februar 2010

Olympia-Stress

Liebe Leute

Vielleicht haben sich einige gewundert, dass so lange nichts Neues zu lesen war in diesem Blog. Nun, momentan ist halt Olympia-Stress pur... Nach Tschechien-Lettland werde ich heute mein zweites olympisches Hockey-Spiel schauen gehen: Slowakei-Norwegen. Wäre alles "normal" verlaufen, wäre es das Playoff-Quali-Spiel Kanada-Deutschland gewesen (zweifellos ein absolutes Highlight hier live im hockeyverrückten Kanada), aber das Olympische Komitee hat dieses Spiel kurzfristig von 21Uhr Abends auf die kanadische Primetime um 16.30 Uhr nachmittags verlegt. Und meine Tickets sind halt für das Spiel am Abend. Nunja, Slowakei ist auch nicht schlecht. Wenn der Spielplan nicht nochmal umgekrempelt wird, werde ich morgen Mittag Schweiz-USA sehen und das würde doch mehr als entschädigen, we'll see... :)
Ansonsten gibt die Schule natürlich auch einiges zu tun, die Cambridge-Prüfung steht ja bereits in weniger als 10 Tagen an (4. März mündlich, 6. März schriftlich). Ich hoffe aber, demnächst mal noch umfassender hier auf dem Blog berichten zu können und natürlich auch ein paar olympische Fotos hochladen zu können. Jetzt muss ich aber los, der Hockeymatch wartet...
Bis bald, take care!

Donnerstag, 28. Januar 2010

Liebe Leute

Höchste Zeit, wieder mal ein wenig von Canada zu berichten! Das Datum des letzten Postings (bereits über zwei Wochen her) zeigt mir wiederum, wie extrem schnell die Zeit vergeht. Nun gut, es gibt immer etwas zu tun. Neben 3x 90 Minuten Unterricht pro Tag haben wir nach wie vor (mehr als) genug Hausaufgaben, so dass die Tage nur so verfliegen. Selbstverständlich kommt der Spass aber nicht zu kurz. Nach dem Match der Canucks gegen Stanley-Cup-Champion Pittsburgh am 16.01. (Canucks won 6-2) war ich gestern (27.01.) zum dritten Mal im GM-Place-Stadion. Und die Canucks siegten zum dritten Mal, diesmal 3-2 gegen die St. Louis Blues. Überhaupt sind die Canucks in einem echten Hoch, zuletzt gab es sechs Siege in Serie. Das gestrige Spiel gegen St. Louis war zugleich das letzte vor einer 1,5monatigen NHL-Pause im GM Place. Die Canucks absolvieren in dieser Zeit 14 Auswärtsspiele in Serie und ab Mitte Februar ist bekanntlich Olympiade angesagt in Vancouver. Trotz NHL-Pause werde ich nicht auf Live-Hockey verzichten müssen, nebst den bereits in der Schweiz gekauften Tickets für einen Playoff-Quali-Entscheidungsmatch und einen Viertelfinal konnte ich letzte Woche auch noch ein Billet für den Quali-Match Tschechien-Lettland ergattern. Nunja, Eishockey ist DIE Sportpassion der Kanadier und die hat mich definitiv auch erfasst, zumal die Atmosphäre im GM Place mit 18'000 Zuschauern einfach genial ist. Nicht zu reden von der beinahe luxuriösen Ausstattung der Tribünen-Aussengänge und Toiletten. Kein Vergleich mit den allermeisten Schweizer Hockeystadien, die dagegen wie armselige Baracken aussehen.

Wie auf den bereits vorgestern geposteten Fotos zu erkennen war ich am vergangenen Wochenende (Freitag bis Montag) auf einem Rocky Mountains Trip. Für einen sehr fairen Preis konnten wir über die PLI (meine Schule) diesen Ausflug buchen. Am Freitagmorgen ging es los mit einem Car von Downtown Vancouver Richtung Berge. Es war äusserst eindrücklich wie man innert kürzester Zeit von der Küstenstadt Vancouver tief in die Berge gelangt. Wohlverstanden alles auf dem Highway, auch das sehr speziell wenn man es das erste Mal erlebt. Obwohl wir enorm viele Kilometer gebrettert sind (denke so um die 1500 km in vier Tagen) war es nie langweilig oder mühsam. Tim, unser Tour Guide war stets bester Laune und wusste uns auf lockere Art stets bei Laune zu halten. Zudem ist das Reisen im Car heutzutage ja auch Pure Entertainment. So wurde auf den zahlreichen TV-Screens im Bus immer mal wieder ein DVD abgespielt, wenn die Landschaft nicht ausreichend interessant war.

Selbstverständlich gab es zahlreiche Zwischenhalte für kurze Besichtigungen, so etwa beim "Last Spike" (siehe Foto in meinem letzten Post). An dieser historischen Stätte soll im 19. Jh. angeblich der letzte Nagel für die Eisenbahnstrecke eingeschlagen worden sein, welche West- mit Ostkanada verbindet. Dies war von enormer Bedeutung für Kanada, da die Distanzen in diesem riesigen Land erstmals überwindbar wurden. Der Preis dafür war jedoch gross: jahrzehntelange Knochenarbeit für die Schienenlegung durch unwegsame Täler, Wälder etc. etc. Insbesondere chinesische Arbeiter schufteten für diesen nordamerikanischen Fortschritt und nicht wenige starben dabei.
Ein anderer Stop war im Johnston's Canyon, wo wir einen gefrorenen Wasserfall bestaunen konnten (Bild siehe ebenfalls unten).

Auf unserem Trip (die Fahrt ging durch verschiedene Nationalpärke) haben wir in der ersten Nacht in Golden übernachtet. Von dieser Ortschaft, in der zwei Tage zuvor die olympischen Fackelläufer vorbeigekommen waren, übernachteten wir lediglich, bevor es am nächsten Tag weitging zu unserem eigentlichen "Hauptziel" des Trips, dem Städtchen Banff. Unterwegs machten wir Halt im berühmten Lake Louise, in der Schweiz vor allem bekannt wegen des Skirennens (diese Saison gewonnen von Hahnenkamm-Held Didier Cuche). Der See, der dem Ort den Namen gibt, war der Jahreszeit entsprechend zugefroren und gab Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang. By the way: auf dem Rockies-Ausflug habe ich nun (endlich) zum ersten Mal den kanadischen Winter erlebt. Winterlandschaften und tiefe Temperaturen, so wie man es sich vorstellt. Derweil war und ist es in Vancouver unverändert mild.
Aber zurück zu Banff: nachdem wir uns am Samstagabend hier im Hotel einquartiert hatten (meine Rockies-Roommates waren die Swiss Guys Moritz und Boris sowie Diego aus Argentinien) bot im Keller des Hotels ein Sprudelbad Gelegenheit zur Entspannung. Nach einem echten Pub-Dinner, bei dem ich zum ersten Mal Büffelfleisch kostete ("Buffalo Burger") ging es in den Ausgang in einen Banffer Nachtklub nahe unseres Hotels. Nun, der Unterschied zu Schweizer Nachtclubs ist nicht enorm gross. Die Getränke sind etwas günstiger und für Sportinteressierte läuft (wie überhaupt eigentlich überall hier) im Bar-Bereich Live-Eishockey... (Die Canucks gewannen an diesem Abend 5-1 gegen Chicago, das aktuell beste NHL-Team und Titelfavorit Nr. 1).
Und um 2 Uhr ist Feierabend, auch das doch ein Unterschied zu Schweizer Nachtclubs.

In guter Verfassung (da der Ausgang nicht sooo lange dauerte) nahmen wir am Sonntagmorgen das Tagesprogramm in Angriff. Wahlweise im Angebot waren eine Gondelfahrt auf den Hausberg von Banff oder ein Bad in den Hot Springs. Da es sehr neblig war und die Aussicht auch auf dem Gipfel nicht gerade vielversprechend, entschied sich meine Gruppe für ein Bad in den Hot Springs. Naja, wenn man z.B. das Thermalbad von Schinznach kennt war dieser Pool eher mickrig. Aber nichts desto trotz ein tolles Erlebnis, mitten in den Rockies (Bad ist an einem Berghang) outdoor etwas zu planschen; die Lufttemperatur war zwischen 0 und -5 Grad, Wassertemperatur 39 Grad.

Anschliessend besichtigten wir zu viert kurz das weltberühmte Banff Springs Hotel, einen riesigen Komplex mit exklusivem Ausblick und exklusiven Preisen... Im Garten des Hotels traffen wir zufälligerweise (keine Beschilderung u.ä.) auf eine Olympia-Fackelläuferin (hatte ihren Part bereits absolviert), die gerne für ein Foto posierte. Für europäische Touris natürlich ein Must.

Am späteren Nachmittag war wiederum Busfahren angesagt, nun zu unserer letzten Übernachtungsstation Revelstoke. Nach einem genialen Nachtessen in einem kanadischen Restaurant mit meinem Roommates und einem Ausklang im gemütlichen Rahmen in der Hotelbar war der Trip im eigentlichen Sinn beendet. Am Montag stand lediglich noch die Rückfahrt auf dem Programm. Nun, lediglich ist vielleicht untertrieben, die Fahrt dauerte doch von 8 Uhr morgens bis ca. 16.30 Uhr nachmittags, als uns unser Driver Carl wieder sicher nach Downtown Vancouver zurückgebracht hatte. Ein äusserst eindrücklicher Trip ging damit zu Ende. Für mich bleibt die Erkenntnis: die Rockies sind auf jeden Fall eine Reise wert! Möglicherweise werde ich nach der Prüfung im März nochmals dorthin reisen, dann mit Mietauto und etwas mehr Zeit.

Nun, seit dem Rockies-Trip sind bereits wieder drei Tage und ein Canucks-Spiel vergangen. Bald ist schon wieder Wochenende und auch diesmal werde ich zumindest für einen Tag auf Tour sein: am Samstag gehts nach Whistler zum Skifahren, auch hier ist der Spass garantiert.

Derweil hoffe ich, dass es euch in der Schweiz allen gut geht und freue mich stets über Nachrichten. Ihr hört bzw. lest wieder von mir auf diesem Blog, früher oder später, we'll see. Bis dahin: macht's gut und seid brav :)


P.S. Mehr Fotos vom Rockies-Trip und Vancouver allgemein findet ihr auf Facebook.

Dienstag, 26. Januar 2010

Pictures from the Rocky-Mountains-Trip


Beim "Last Spike", dem letzten eingeschlagenen Nagel der Railway Line quer durch Canada



Lake Louise



Gefrorener Lake Louise


Berg-Panorama (Standort: Eingang Johnston's Canyon)


Gefrorener Wasserfall im Johnston's Canyon


Büffel zum Abendessen (Buffalo Burger), mal was anderes...



Hot Springs von Banff





Ich und die olympische Fackel (no fake!)