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Donnerstag, 28. Januar 2010

Liebe Leute

Höchste Zeit, wieder mal ein wenig von Canada zu berichten! Das Datum des letzten Postings (bereits über zwei Wochen her) zeigt mir wiederum, wie extrem schnell die Zeit vergeht. Nun gut, es gibt immer etwas zu tun. Neben 3x 90 Minuten Unterricht pro Tag haben wir nach wie vor (mehr als) genug Hausaufgaben, so dass die Tage nur so verfliegen. Selbstverständlich kommt der Spass aber nicht zu kurz. Nach dem Match der Canucks gegen Stanley-Cup-Champion Pittsburgh am 16.01. (Canucks won 6-2) war ich gestern (27.01.) zum dritten Mal im GM-Place-Stadion. Und die Canucks siegten zum dritten Mal, diesmal 3-2 gegen die St. Louis Blues. Überhaupt sind die Canucks in einem echten Hoch, zuletzt gab es sechs Siege in Serie. Das gestrige Spiel gegen St. Louis war zugleich das letzte vor einer 1,5monatigen NHL-Pause im GM Place. Die Canucks absolvieren in dieser Zeit 14 Auswärtsspiele in Serie und ab Mitte Februar ist bekanntlich Olympiade angesagt in Vancouver. Trotz NHL-Pause werde ich nicht auf Live-Hockey verzichten müssen, nebst den bereits in der Schweiz gekauften Tickets für einen Playoff-Quali-Entscheidungsmatch und einen Viertelfinal konnte ich letzte Woche auch noch ein Billet für den Quali-Match Tschechien-Lettland ergattern. Nunja, Eishockey ist DIE Sportpassion der Kanadier und die hat mich definitiv auch erfasst, zumal die Atmosphäre im GM Place mit 18'000 Zuschauern einfach genial ist. Nicht zu reden von der beinahe luxuriösen Ausstattung der Tribünen-Aussengänge und Toiletten. Kein Vergleich mit den allermeisten Schweizer Hockeystadien, die dagegen wie armselige Baracken aussehen.

Wie auf den bereits vorgestern geposteten Fotos zu erkennen war ich am vergangenen Wochenende (Freitag bis Montag) auf einem Rocky Mountains Trip. Für einen sehr fairen Preis konnten wir über die PLI (meine Schule) diesen Ausflug buchen. Am Freitagmorgen ging es los mit einem Car von Downtown Vancouver Richtung Berge. Es war äusserst eindrücklich wie man innert kürzester Zeit von der Küstenstadt Vancouver tief in die Berge gelangt. Wohlverstanden alles auf dem Highway, auch das sehr speziell wenn man es das erste Mal erlebt. Obwohl wir enorm viele Kilometer gebrettert sind (denke so um die 1500 km in vier Tagen) war es nie langweilig oder mühsam. Tim, unser Tour Guide war stets bester Laune und wusste uns auf lockere Art stets bei Laune zu halten. Zudem ist das Reisen im Car heutzutage ja auch Pure Entertainment. So wurde auf den zahlreichen TV-Screens im Bus immer mal wieder ein DVD abgespielt, wenn die Landschaft nicht ausreichend interessant war.

Selbstverständlich gab es zahlreiche Zwischenhalte für kurze Besichtigungen, so etwa beim "Last Spike" (siehe Foto in meinem letzten Post). An dieser historischen Stätte soll im 19. Jh. angeblich der letzte Nagel für die Eisenbahnstrecke eingeschlagen worden sein, welche West- mit Ostkanada verbindet. Dies war von enormer Bedeutung für Kanada, da die Distanzen in diesem riesigen Land erstmals überwindbar wurden. Der Preis dafür war jedoch gross: jahrzehntelange Knochenarbeit für die Schienenlegung durch unwegsame Täler, Wälder etc. etc. Insbesondere chinesische Arbeiter schufteten für diesen nordamerikanischen Fortschritt und nicht wenige starben dabei.
Ein anderer Stop war im Johnston's Canyon, wo wir einen gefrorenen Wasserfall bestaunen konnten (Bild siehe ebenfalls unten).

Auf unserem Trip (die Fahrt ging durch verschiedene Nationalpärke) haben wir in der ersten Nacht in Golden übernachtet. Von dieser Ortschaft, in der zwei Tage zuvor die olympischen Fackelläufer vorbeigekommen waren, übernachteten wir lediglich, bevor es am nächsten Tag weitging zu unserem eigentlichen "Hauptziel" des Trips, dem Städtchen Banff. Unterwegs machten wir Halt im berühmten Lake Louise, in der Schweiz vor allem bekannt wegen des Skirennens (diese Saison gewonnen von Hahnenkamm-Held Didier Cuche). Der See, der dem Ort den Namen gibt, war der Jahreszeit entsprechend zugefroren und gab Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang. By the way: auf dem Rockies-Ausflug habe ich nun (endlich) zum ersten Mal den kanadischen Winter erlebt. Winterlandschaften und tiefe Temperaturen, so wie man es sich vorstellt. Derweil war und ist es in Vancouver unverändert mild.
Aber zurück zu Banff: nachdem wir uns am Samstagabend hier im Hotel einquartiert hatten (meine Rockies-Roommates waren die Swiss Guys Moritz und Boris sowie Diego aus Argentinien) bot im Keller des Hotels ein Sprudelbad Gelegenheit zur Entspannung. Nach einem echten Pub-Dinner, bei dem ich zum ersten Mal Büffelfleisch kostete ("Buffalo Burger") ging es in den Ausgang in einen Banffer Nachtklub nahe unseres Hotels. Nun, der Unterschied zu Schweizer Nachtclubs ist nicht enorm gross. Die Getränke sind etwas günstiger und für Sportinteressierte läuft (wie überhaupt eigentlich überall hier) im Bar-Bereich Live-Eishockey... (Die Canucks gewannen an diesem Abend 5-1 gegen Chicago, das aktuell beste NHL-Team und Titelfavorit Nr. 1).
Und um 2 Uhr ist Feierabend, auch das doch ein Unterschied zu Schweizer Nachtclubs.

In guter Verfassung (da der Ausgang nicht sooo lange dauerte) nahmen wir am Sonntagmorgen das Tagesprogramm in Angriff. Wahlweise im Angebot waren eine Gondelfahrt auf den Hausberg von Banff oder ein Bad in den Hot Springs. Da es sehr neblig war und die Aussicht auch auf dem Gipfel nicht gerade vielversprechend, entschied sich meine Gruppe für ein Bad in den Hot Springs. Naja, wenn man z.B. das Thermalbad von Schinznach kennt war dieser Pool eher mickrig. Aber nichts desto trotz ein tolles Erlebnis, mitten in den Rockies (Bad ist an einem Berghang) outdoor etwas zu planschen; die Lufttemperatur war zwischen 0 und -5 Grad, Wassertemperatur 39 Grad.

Anschliessend besichtigten wir zu viert kurz das weltberühmte Banff Springs Hotel, einen riesigen Komplex mit exklusivem Ausblick und exklusiven Preisen... Im Garten des Hotels traffen wir zufälligerweise (keine Beschilderung u.ä.) auf eine Olympia-Fackelläuferin (hatte ihren Part bereits absolviert), die gerne für ein Foto posierte. Für europäische Touris natürlich ein Must.

Am späteren Nachmittag war wiederum Busfahren angesagt, nun zu unserer letzten Übernachtungsstation Revelstoke. Nach einem genialen Nachtessen in einem kanadischen Restaurant mit meinem Roommates und einem Ausklang im gemütlichen Rahmen in der Hotelbar war der Trip im eigentlichen Sinn beendet. Am Montag stand lediglich noch die Rückfahrt auf dem Programm. Nun, lediglich ist vielleicht untertrieben, die Fahrt dauerte doch von 8 Uhr morgens bis ca. 16.30 Uhr nachmittags, als uns unser Driver Carl wieder sicher nach Downtown Vancouver zurückgebracht hatte. Ein äusserst eindrücklicher Trip ging damit zu Ende. Für mich bleibt die Erkenntnis: die Rockies sind auf jeden Fall eine Reise wert! Möglicherweise werde ich nach der Prüfung im März nochmals dorthin reisen, dann mit Mietauto und etwas mehr Zeit.

Nun, seit dem Rockies-Trip sind bereits wieder drei Tage und ein Canucks-Spiel vergangen. Bald ist schon wieder Wochenende und auch diesmal werde ich zumindest für einen Tag auf Tour sein: am Samstag gehts nach Whistler zum Skifahren, auch hier ist der Spass garantiert.

Derweil hoffe ich, dass es euch in der Schweiz allen gut geht und freue mich stets über Nachrichten. Ihr hört bzw. lest wieder von mir auf diesem Blog, früher oder später, we'll see. Bis dahin: macht's gut und seid brav :)


P.S. Mehr Fotos vom Rockies-Trip und Vancouver allgemein findet ihr auf Facebook.

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